Unser Grundstück

Es war ein verdammt kalter Sonntagmorgen als wir also am 18. Januar ´15 auf dem grünen Stück Erde standen, was später einmal uns gehören, unsere neue Heimat – unser Hof Snickerbo – werden sollte…

Die Verwalterin des Grundstücks war gleich auf den ersten Blick nicht sonderlich gut aufgelegt aber das mag wohl an der frühen Stunde an einem Sonntagmorgen gelegen haben. Später ist sie dann auch etwas aufgetaut was an unserer ausgesprochen guten Stimmung gelegen haben mag.

Wie dem auch sei; Nun standen wir da, hatten uns natürlich einige Fragen überlegt wie zum Beispiel: Wie der Bebauungsplan aussieht, ob Holzhäuser denn möglich seien und wie groß die überbaute Fläche sein durfte, usw.
Mehr gab es eigentlich dann auch erstmal gar nicht mehr zu fragen, da das Neubaugebiet nach Aussage der Verwalterin schon seit Langem im Vertrieb gewesen und bereits voll erschlossen sei. Straßen und Wege waren angelegt und die Leitungen bereits auf das Grundstück vorgestreckt, die ersten 20 Häuser standen auch schon…

So, also wie gesagt, da standen wir nun und hatten das Gefühl, wie man es immer hat wenn man etwas nicht so häufig macht:

Mensch, sind wir schlecht vorbereitet!!!

Dabei waren wir eigentlich gar nicht schlecht vorbereitet, nur ist es eben so, dass es eigentlich bei einer ersten Grundstücksbesichtigung nicht viel zu fragen gibt. Zumindest nicht, solange man noch nicht sicher ist, ob man dort den Rest seines Lebens verbringen will. Zudem gab es einen B-Plan, den wir uns bzgl. der ganzen für das Haus zu beachtenden Dinge zu Hause im Warmen ansehen konnten. Somit war nun die Frage offen:

Wollen wir dort tatsächlich den Rest unseres Lebens als Familie leben???

Ach, und natürlich: „Können wir uns das Ganze dann auch leisten?“

Das mit dem Leisten ist ein anderes Kapitel, das wir hier nicht ansprechen wollen. Dafür gibt es die Kategorie Finanzierung.

Also zur Frage, wollen wir hier den Rest unseres Lebens verbringen? Da muss ich ein wenig ausholen:

Wir wohnen in Hamburg, haben 2 Kinder und sind eigentlich im dörflichen Teil von Hamburg ganz gut angekommen. Unser kleines Häuschen, welches wir derzeit mieten, ist leider nicht verkäuflich. Somit hieße es in jedem Falle umziehen, raus aus der bekannten Umgebung, weg von Freunden, Bekannten und eben alles wieder verlassen, was wir uns in den letzten fünfeinhalb Jahren aufgebaut haben. Kurzum, wir müssen uns bereit machen für eine Veränderung, weil so wie jetzt (mit nur einem Kinderzimmer und einem Schlafzimmer als Durchgangszimmer) geht es nicht weiter.
5 Jahre haben wir nun in Hamburg gesucht nach einer Bestandsimmobilie – vergeblich – Zu klein oder zu teuer oder geht ja gar nicht oder geht gar nicht und dafür auch noch viel zu teuer!!!…… Hamburg ist ein teures Pflaster und die Immobilienpreise jenseits von Gut und Böse. Ein Beispiel: Mittelreihenhaus, renovierungsbedürftig, 110qm Wohn- und 240qm Grundstücksfläche für schlappe 450.000€!!! Und das ist keine Seltenheit!

Somit also der Beschluss wir bauen selber. Aber wo? Grundstückspreise in und um Hamburg ebenso jenseits der 250€ für den Quadratmeter. Und wir wollen nicht einfach nur irgendwo wohnen…

Nö! Wir wollen doch leben wie es uns gefällt! So wie in unseren Kindeserinnerungen, so wie in Bullerbü, wo die Kinder gemeinsam raus gehen und so wie wir als Kinder weg sind und erst durch den Kirchturmschlag merken, dass es Abendbrotzeit ist. Fahrradfahren, Rumstromern, in die Natur gehen und Dinge entdecken, Abenteuer bestehen weit ab von 4 spurigen Straßen…

Aber wo? Herzogtum Lauenburg ist soooo schön und da ich seit kurzem in Bergedorf arbeite auch gut erreichbar. Und da kamen unsere guten Freunde auf uns zu (die wohnen im Herzogtum) und sagten, dass es da ein traumhaftes Neubaugebiet am Schaalsee gibt. Corie war das Baugebiet schon bekannt aber wir hatten es auf Grund der Entfernung erst einmal unbeachtet gelassen. Aber warum nicht einfach mal anschauen?

Und da standen wir also, die Verwalterin war inzwischen abgedampft, dachten nach
und träumten vor uns hin, ob hier die Kinder wohl gut aufwachsen könnten, ob ihnen nicht zu langweilig würde später wenn sie älter sind. Ob ihnen auch alle Möglichkeiten offen stehen…

Klar, absolut, für die Kinder wäre es toll. Kinderrutschen und Kletterhäuschen in der direkten Nachbarschaft verhießen eben die Rasselbandendynamik eines Neubaugebietes. Dazu hinter dem Haus nur Grün – unverbaubar – dahinter der Schaalsee, keine 2 Fußminuten weit weg… Traumhaft! Aber eben Kleinststadt… 5000 Einwohner, Hamburg in 45 Autobahnminuten zwar erreichbar aber weit weg… Der Arbeitsweg… Aber dann wieder grün, grün und wieder grün. Das traumhafte Kloster mit der Bücherei, beschaulich, erdend, urtümlich, Kopfsteinpflasterstraßen und eben das einfache Dorfleben. Keine S-Bahn, keine Theater, Kinos, Restaurants zwar schon aber eben nur wenige…
Schluss! Das nutzen wir doch in Hamburg auch schon nicht aus. Und Hamburg ist ja nun echt nicht weit weg um mal auf ein Konzert oder in´s Theater zu gehen. Aber der tägliche Arbeitsweg…

Zweifel, Zustimmung, Träume und wieder Zweifel. Da helfen auch die elterlichen Gespräche kaum. Rationaler als die geht ja schon gar nicht mehr (wir lieben Euch auch dafür)…
Aber als sie´s dann gesehen haben… Unverhoffte Zustimmung und „Achso, ja na das können wir dann doch verstehen! Das ist ja Leben wie im Urlaub.“

Ja, das wollen wir, leben wie im Urlaub! Eben wie es uns gefällt. Und nach dem Arbeitsweg kommt dann eben wieder der Urlaub. Und ob´s einen nervt oder nicht weiß man eh erst in 10 Jahren. Jetzt habe ich auch 1 Stunde Ampelstau auf dem Weg zur Arbeit.
Also vielleicht einfach mal die Verwalterin anrufen, Daumen Drücken, dass es noch nicht weg ist… Schließlich ist in der Zwischenzeit ja auch Zeit vergangen… Ja es ist noch da.
Ich: „Klasse, dann möchten wir es reservieren.“
Verwalterin: „Das geht nicht mehr. Das machen wir nicht mehr. Machen Sie einen Termin beim Notar, ich halte den Daumen drauf so gut ich kann.“

Puh… hmmm… dann also schon echt festlegen? Eine Entscheidung treffen? Jetzt schon? Wir müssen Zeit schinden, zumal wir noch keine Finanzierung haben. Wir kennen ja noch nicht mal den Bauträger… Zeitschinden…

Ach und unbedingt Probewohnen… Ja warum nicht erst einmal schauen wie Land und Leute so sind, wenn man da ist geht einem ja vielleicht der Klönschnack beim Bäcker schon auf den Kecks. Wer weiß… Also haben wir kurzerhand 1 Woche Urlaub in einer Ferienwohnung im Ortskern gebucht und dort „gelebt“ und mit scharfem Auge beobachtet. Ich bin gependelt, das ging schon mal problemlos. Den Kindern hat´s gefallen, die Leute waren nett und offen und immer wieder dieses Gefühl… Könnte es das wirklich sein?… Ja es könnte…

Dann nach einigen Gesprächen mit Banken über das grundsätzliche Vorhaben, den Eltern, den Freunden und Kollegen und natürlich den Verkäufern haben wir einen Weg gefunden das Grundstück tatsächlich kaufen zu können. Ein ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle unseren Eltern, die nicht nur rat- und tatkräftig waren, sondern schlussendlich auch alles mögliche „locker machten“ um dann alles dingfest zu machen ohne zunächst Banken zu belatschern. Den Rest dann in Ruhe sobald die Hausplanung fertig ist…

Nun gehört es uns, das grüne Stück Land mit dem kreisenden Seeadler in Sichtweite, den netten und hilfsbereiten Nachbarn, dem Wanderweg hinterm Haus und der Badestelle nur 3 Radminuten entfernt. Ruhig, beschaulich, entschleunigend und doch nur 45 Minuten von der Arbeitsstelle entfernt. Weit weg vom Trubel… Gefühltes Bullerbü. Ein Ort wo man sich beim Brötchenholen wieder erkennt und mit Namen begrüßt obwohl man sich eigentlich gar nicht kennt…

Wir freuen uns auf all das Unerwartete, das eine große und die vielen kleinen Abenteuer auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Traum.

Und das erste Aufwachen auf unserem Hof Snickerbo.

Eure Steff, Corie und die Jungs

P.s.: Hier noch ein paar Daten:

18.01.2015 Erstbesichtigung
03.08.2015 Probewohnen (4 Übernachtungen) mit ettlichen Besichtigungen
11.04.2015 Besichtigung
02.04.2015 Kaufvertragsentwurf erhalten und angepasst
08.05.2015 Treffen mit Architekt vor Ort
30.05.2015 Notartermin und Kaufvertrag unterzeichnet
24.06.2015 Auflassungsvormerkung erfolgt
17.07.2015 Grundstück bezahlt
07.08.2015 Grunderwerbsteuerbescheid erhalten
24.08.2015 Grunderwerbsteuerunbedenklichkeitsbescheinigung und Auflassung erhalten
derzeit Grundbucheintrag

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4 Gedanken zu “Unser Grundstück

  1. Hallo Ihr Lieben,

    das ist eine wirklich toll gestaltete Seite ! Chapeau !
    Wir sind sehr erfreut und auch gerührt, dass wir in so liebevoller und dankbarer Weise darin erwähnt worden sind !
    Wir sind jetzt total auf den ersten Spatenstich, die Grundsteinlegung und dann natürlich speziell auf die Hauseinweihungsparty gespannt !
    Lasst uns weiter daran teilhaben !

    Ganz liebe Grüße
    von Siggi-Mom-Omi und
    Rainer-Dad-Opi

    Gefällt 1 Person

  2. Welch ein Zufall … wir wohnen auch in Hamburg und wollen raus aufs Land, aber nicht zu weit weg. Wir wollen auch ein Holzhaus bauen und haben uns Anfang des Jahres auch ein Grundstück am Schaalsee angesehen. Uns war das dann aber doch etwas zu weit weg von Hamburg. Ich kann aber verstehen, warum es euch dort so gut gefallen hat. Viel Glück für euer Snickerbo. 🙂

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    • Hallo Katja,
      ja das ist ja wirklich ein Zufall. Wir sind immer wieder hin und Weg von Land und Leuten. Bei uns in der direkten Nachbarschaft sind ganz viele Ex-Hamburger bzw. Hamburg-Pendler. Eigentlich ist es der besagte Katzensprung. Aber das kommt eben immer darauf an wo man hin muss in Hamburg.
      Ihr findet schon was feines für Euch. Vielen Dank für deine Glückwünsche und schau mal wieder rein. Heute haben wir uns das Erdgeschoss ansehen können…

      LG
      Corie

      Gefällt 1 Person

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